Die Kalthopfung ist nach derzeitiger Rechtsauffassung in Deutschland wie folgt geregelt:

Nach dem vorläufigen Biergesetz von 1993 § 9 Absatz5 dürfen Hopfenextrakte nur in heißer Bierwürze dosiert werden.
Dies gilt allerdings nicht für Hopfendolden oder Pellets. Diese dürfen auch im kalten Bereich der Brauerei kaltgehopft werden.
Unter Kalthopfung versteht man also die Zugabe von Hopfen oder Hopfenpellets nach der Würzekühlung. Diese Dosagemethode
ist auch unter der Bezeichnung "Hopfenstopfen" bekannt und leitet sich von der ursprünglichen Methode ab, den Hopfen durch das
Spundloch in ein Lagerfass zu stopfen. Im Englischen wird der Begriff "Dry Hopping" für das Kalthopfen verwendet und ist bei vielen
Craftbeweries eine Methode hopfenbetonte Bier zu kreieren.

Die Ausbeute an Hopfenaromastoffen beim üblichen Würzekochen ist auch bei einer späten Hopfengabe begrenzt, da die Hopfenöle
sehr leicht flüchtig sind. Bei der Kalthopfung bedient man sich eines Aroma-Extrakteurs, in dem durch Umpumpen bei einem Überdruck
die Extraktion von Aromastoffen aus Hopfen/Hopfenpellets stattfindet ohne Verluste durch Verdampfung oder chemisch-thermische
Umwandlung. Das kalte Bier durchströmt üblicherweise nach Beendigung der Hauptgärung den Aroma-Extrakteur, dabei werden die
Hopfenpelltes gelöst und deren Aromastoffe extrahiert. Die gelösten Hopfenstoffe strömen mit dem Bier durch eine perforierte
Extraktionskerze zurück in den Lagertank.

Hopfengestopfte Biere spiegeln die Aromanoten der jeweiligen Hopfensorte wider. Oft lässt sich sogar die Hopfensorte erkennen.
Damit ermöglicht das Hopfenstopfen zahlreiche Varianten Biere einem individuellen und ausgeprägten Hopfenaroma zu verleihen.

         

 

Vorteile eines Hopfenaromaextrakteurs:                                                  

⇒ definiertes und schonendes Lösen von Hopfenpellets im kalten Bier
⇒ optimale Überführung ätherischer Hopfenöle in das fertige Bier
⇒ definierte Kontaktzeit
⇒ keine CO2-Verluste im Lagerbier
⇒ kein Wärmeeintarg durch Verzicht auf Mixer
⇒ gute Abscheidung der extrahierten Hopfentrubstoffe
⇒ einfache Einbindung in eine CIP-Anlage zur Reinigung und Sterilisation